Wissenswerte Informationen für Sie

Wann ist eine MR-Mammographie indiziert?

Es gibt eine Reihe von Anwendungen der MR-Mammographie in der Diagnostik, die international bereits fest etabliert sind z.B.:

  • bei Frauen mit familiär bedingtem Brustkrebs, die Träger des Brustkrebsgens BRCA sind. Hier wird die MR-Untersuchung zur Brustkrebsvorsorge sogar in der aktuellen S3-Leitlinie empfohlen, und zwar jährlich.
  • bei jeder Frau, bei der ein Mammakarzinom in der Röntgen-Mammographie und/oder im Ultraschall diagnostiziert wurde. Denn in 5-10% aller Fälle finden sich weitere Karzinomherde in der gleichen oder gegenseitigen Brust, die in der Röntgen-Mammographie unerkannt bleiben.
  • bei in der Röntgen-Mammographie auffälligen Befunden, die eine Biopsie benötigen. Sollte die MR-Mammographie dann unauffällig sein, kann eine Biopsie vermieden werden.
  • zur Unterscheidung von Narben und Rezidiven nach vorausgegangener Behandlung eines Mammakarzinoms.
  • bei Patientinnen mit Brustimplantaten, auch vor einer ästhetischen Brustvergrößerung, um ein bereits vorliegendes Karzinom sicher auszuschließen.
  • zum Ausschluss von Brustkrebs bei Nachweis von Metastasen eines unbekannten Karzinoms.
  • zum Monitoring der Wirksamkeit einer Chemotherapie. Hier leistet die MR-Untersuchung gute Dienste, indem sie ein Ansprechen des Tumors auf die Therapie fast sofort nach Therapiebeginn erkennen lässt. Das ermöglicht das Vermeiden unwirksamer Chemotherapien und erspart den Frauen unnötige Nebenwirkungen.

Was ist eine MR-Mammographie und wie wird sie durchgeführt?

Die Magnetresonanzmammographie (MRM) ist die schonendste und effektivste Untersuchungsmethode für eine optimierte Brustkrebsvorsorge. Sie ist eine hoch aufgelöste dreidimensionale Abbildung der Brust – gänzlich ohne Strahlenbelastung und ohne die Notwendigkeit einer Kompression. Dabei werden alle wichtigen Strukturen der Brust wie Milchdrüsen, Bindegewebe, Fett, Muskel, Blutgefäße und Lymphknoten sichtbar. Im Prinzip wie in einem Anatomiebuch, ohne dass durch Überlagerungen verdächtige Areale maskiert werden. Die MR-Untersuchung ermöglicht daher auch die Untersuchung von Frauen mit sehr dichtem Brustdrüsenkörper.

Die Untersuchung wird in Bauchlage mit Kontrastmittel (nicht jodhaltig/nicht radioaktiv), welches in eine Armvene gespritzt wird, durchgeführt und dauert ca. 15 Minuten. Eine Kompression (Quetschen) der Brust ist dabei nicht notwendig.

Wir verfügen über ein modernes Gerät mit einer besonders hoch auflösender 16-Kanal-Spule, mit der auch kleine Veränderungen genauestens dargestellt werden können.

Kann das Kontrastmittel für MR-Mammographie gefährlich sein?

Das MR-Kontrastmittel ist ein Gadolinium Präparat. Das an sich toxische Gadolinium ist in einem ungefährlichen Chelatmolekül verpackt.

Nach der Untersuchung wird das Kontrastmittel in der Regel rasch und rückstandsfrei über die Niere mit dem Urin ausgeschieden.

Sollte sich das Kontrastmittel in den Organen ablagern, dann geschieht es in der Regel nach mehrmaliger Anwendung. Daher wird in unserer Praxis die Indikation für die Kontrastmittelgabe vor der Untersuchung streng geprüft.

In der MR-Diagnostik-Brust Goethestraße verwenden wir nur sichere makrozyklische Kontrastmittel, die zwar teuer sind, aber nach aktuellem Wissensstand nicht zur Ablagerung im Körper führen sollten.

Welche Merkmale hat ein bösartiger Tumor in der MR-Mammographie?

Im Gegensatz zur Röntgen-Mammographie werden in der MR-Mammographie alle Strukturen der Brust wie Bindegewebe, Fett, Muskel, Milchdrüsen, Blutgefäße und Lymphknoten sichtbar. In der MR-Mammographie wird nicht nach Kalk gesucht, sondern nach vermehrt durchbluteten Bereichen. Vermehrte Durchblutung ist ein wichtiger Hinweis auf verdächtige Läsionen. Diese nehmen das injizierte Kontrastmittel im Blut auf und werden sichtbar.

Man hört immer wieder von Mammographie Experten, dass der Nachweis von Mikrokalk so wichtig sei für den Nachweis von Brustkrebs und dass die MR-Mammographie das nicht kann. Ist das so?

Brustkrebs kann feine Verkalkungen, den –  so genannten –  Mikrokalk, aufweisen. Wird dieser auf einer Röntgen-Mammographie entdeckt, geht man davon aus, dass ein Karzinom vorliegt. In anderen Worten: Man sieht das Karzinom nicht DIREKT, sondern nutzt den Mikrokalk als IN-direkten Hinweis.

Das Problem ist, dass die meisten Kalkablagerungen in der Brust gutartig sind und nur 10-20% aller Brustkarzinome Kalk entwickeln.

Oder: Mikrokalk kommt meistens in ungefährlichen, langsam wachsen Karzinomen vor. Aggressive Krebsherde wachsen schnell und haben in der Regel keine Zeit Kalk auszubilden.

Im Gegensatz zur Röntgen-Mammographie werden in der MR-Mammographie Eigenschaften des Karzinoms abgebildet, die die Tumorbiologie direkt reflektieren. Dazu gehören u.a. die vermehrte Gefäßbildung und Durchblutung von Karzinomen, die über Anreicherung von Kontrastmittel nachgewiesen werden können. Diffusionsgewichtete MR-Sequenzen erlauben anhand der Tumorzelldichte eine Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Veränderungen. Aber auch die Morphologie von Tumoren lässt sich mit hoch aufgelösten MR-Untersuchungen besser analysieren. Daher ist der Mikrokalk für MR-Untersuchungen irrelevant.

Gefährliche Karzinome sind in der MR-Mammographie auf Grund ihrer starken Blutversorgung und zellulären Architektur besonders gut nachweisbar – schon im Frühstadium.

Bis ein bösartiger Tumor sich durch Mikroverkalkungen in der Röntgen-Mammographie zeigt, befindet er sich in der Regel in einem fortgeschrittenen Stadium – zu spät für die betroffene Frau.

In welchem Alter sollte ich mit der Vorsorge beginnen?

Bei einer familär-genetischen Belastung können Sie sobald Ihnen diese Erkenntnis vorliegt (auch im jungen Alter) mit der MR-Mammographie beginnen.

Wie Sie aus der Tabelle erkennen können, erkranken Patientinnen zwischen 45 und 49 Jahren fast genauso häufig an Brustkrebs wie Patientinnen zwischen 50 und 59 Jahren.

Allerdings schließt das aktuelle Röngten-Screening-Programm für die Brustkrebsvorsorge genau dieses Alter aus. Deswegen ist vor allem in diesen Fällen die MR-Mammographie die geeignete Methode zur Vorsorgeuntersuchung.